Das Projekt "schulreifes Kind" ist eine Kooperation zwischen der Grundschule und dem Kindergarten. Laut des damaligen Kultusministers Helmut Rau ist das Ziel dieses Projekts, dass alle Kinder gleiche Startchancen für den Schulanfang bekommen sollen. Wenn der individuelle Förderbedarf eines Kindes also über die Ziele des Orientierungsplans des Kindergartens hinausgeht, dann soll die Förderung des Projekts zum Einsatz kommen. Damit sollen Zurückstellungen und Klassenwiederholungen vorbeugend vermieden werden. Die Kinder sollen auf das Schulleben adäquat vorbereitet werden. Etwa vierundzwanzig bis fünfzehn Monate vor einer möglichen Einschulung legen die Erzieherinnen und Erzieher fest, ob ein Förderbedarf besteht oder nicht. Grundlage der Diagnostik bildet der Orientierungsplan für Kindergärten mit seinen Bildungs- und Entwicklungsfeldern. Ein festgestellter Förderbedarf wird dann bei einem "runden Tisch" zwischen Erzieherinnen, Lehrerinnen und Eltern besprochen. Zu den möglichen Maßnahmen zählen beispielsweise Sprachförderung, der auditiven und visuellen Wahrnehmung, Frühförderung im mathematischen Bereich, Schulung der Feinmotorik oder auch Übungen zur Förderung der Konzentrationsfähigkeit. Der Förderort ist primär der Kindergarten. Die Förderung erfolgt in Kleingruppen. Es werden regelmäßig Gespräche zwischen den Eltern, Erzieherinnen und Lehrerinnen geführt. Klares Ziel ist die Möglichkeit einer regulären Einschulung.